CO₂-Extraktion
Bei der CO₂-Extraktion wird Kohlendioxid unter kontrollierten Druck- und Temperaturbedingungen als Extraktionsmedium verwendet.
Mögliche Vorteile:
– präzise Prozesssteuerung
– geringe Rückstände geeigneter Lösungsmittel
– industrielle Reproduzierbarkeit
– kontrollierte Weiterverarbeitung
Das Verfahren erfordert jedoch professionelle Technik und genaue Prozesskontrolle.
Kohlendioxid wird unter hohem Druck und kontrollierter Temperatur in einen „überkritischen“ Zustand gebracht – halb Gas, halb Flüssigkeit. In diesem Zustand löst es die gewünschten Pflanzenstoffe (u. a. Cannabidiol) aus dem Material. Danach wird der Druck gesenkt, das CO₂ verflüchtigt sich rückstandsfrei und zurück bleibt der Extrakt.
Vorteile: präzise steuerbar, kaum Lösungsmittelrückstände, industriell reproduzierbar.
Nachteil: teure Anlagentechnik und hoher Prozess-Know-how-Bedarf. Gilt als das sauberste Verfahren und ist der Branchenstandard für hochwertige Extrakte.
Ethanolextraktion
Das Pflanzenmaterial wird in Ethanol (Alkohol) eingelegt, das die Wirk- und Begleitstoffe herauslöst. Anschließend wird der Alkohol durch Verdampfen entfernt.
Vorteile: kostengünstig, gut skalierbar, für große Mengen geeignet.
Nachteil: Ethanol löst auch Chlorophyll und Wachse mit heraus, weshalb der Rohextrakt zusätzlich gefiltert und gereinigt werden muss. Sehr verbreitet, weil effizient und relativ einfach im Aufbau.
Kohlenwasserstoffextraktion
Hier dienen Lösungsmittel wie Butan oder Propan als Extraktionsmedium (bekannt aus BHO – „Butane Hash Oil“). Sie lösen die Stoffe sehr effektiv und selektiv heraus.
Vorteil: hohe Ausbeute, gute Terpen-Erhaltung.
Kritischer Nachteil: Die Lösungsmittel sind hochentzündlich und müssen anschließend restlos entfernt werden – Rückstände wären problematisch. Erfordert daher streng kontrollierte Laborbedingungen und sorgfältige Nachreinigung („Purging“).
Mechanische Verfahren
Rein physikalische Gewinnung ganz ohne Lösungsmittel – z. B. durch Sieben, Pressen oder Kälte/Reibung, um die harzhaltigen Bestandteile abzutrennen (klassisch: Trichome sieben oder mit Hitze und Druck pressen → „Rosin“).
Vorteil: lösungsmittelfrei, natürlich, keine chemischen Rückstände.
Nachteil: geringere Ausbeute und weniger Reinheit als bei chemischen Verfahren, kaum industriell skalierbar. Wird für „naturbelassene“ Produkte geschätzt.
Isolierung und Reinigung
Das ist kein Extraktionsverfahren im engeren Sinn, sondern der nachgelagerte Schritt: Der Rohextrakt aus einem der oben genannten Verfahren wird weiter aufgereinigt – etwa durch Winterisierung (Entfernen von Wachsen/Fetten mit Kälte), Filtration und Destillation.
Am Ende dieser Kette steht z. B. ein Destillat (breites Wirkstoffspektrum) oder ein CBD-Isolat (reines, kristallines Cannabidiol, meist >99 %). Bestimmt maßgeblich die finale Reinheit und Qualität des Endprodukts.